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Pulverfass Westbank – 32 Palästinenser getötet, Hunderte verletzt
Presseerklärung
Berlin, 15.Oktober 2015 – Durch die Aggression der israelischen Armee sind im Westjordanland und im Gazastreifen mindestens   32  Palästinenser getötet worden. Bei den schweren Auseinandersetzungen im Westjordanland und in Ost-Jerusalem sowie im Gazastreifen wurden zudem nach Angaben der palästinensischen Rettungsorganisation „Roter Halbmond“  hunderte Palästinenser verletzt. Viele hätten bei den Unruhen Schussverletzungen erlitten, darunter auch drei Sanitäter der Organisation. 

Als Reaktion auf demonstrierende Palästinenser wird oftmals die Zerstörung deren Häuser angeordnet, um diesen ihrer Lebensgrundlage zu berauben. Der Hochkommissar der UNO für Menschenrechte, Zeid Ra'ad al-Husein, sagte, dass „Kollektivstrafen wie Hauszerstörungen rechtswidrig und kontraproduktiv sind. Jegliche Reaktion auf die aktuelle Situation muss sich nach den Normen und Standards des internationalen Rechts richten“. 

Die  hohe Zahl an palästinensischen Opfern  in den  letzten Tagen  ist auf  den exzessiven Gebrauch von scharfer Munition durch die israelische Armee zurück zu führen.  

Seit Wiederaufnahme der Verhandlungen im Juli 2013 hat Israel seine Siedlungsaktivitäten vor allem in und um Jerusalem und in der Westbank ausgeweitet. Heute leben mehr als 550.000 Siedler und damit doppelt so viele wie seit den Osloer Vereinbarungen völkerrechtswidrig auf palästinensischem Land. 

„Es ist erschreckend zu sehen, wie sich die Abstände zwischen den aggressiven Militäraktionen Israels gegen das palästinensische Volk weiter verkürzen“, beschrieb Suhail Abu Shammala, Vorsitzender der Palästinensischen Gemeinschaft in Deutschland e.V., die Aggression Israels. 
„Die Weltgemeinschaft muss der Realität ins Auge sehen: Auf Basis internationaler Vermittlung sollte schnellstmöglich eine neue Initiative angestoßen werden, die einen internationalen Schutz aller Palästinenser einschließt, um dieser Gewaltzunahme gezielt entgegen zu treten. Andernfalls steuert die Situation in eine militärische Eskalation und reiht sich damit in die vorhandene Reihe von Gewalttaten und Kriegen gegen die palästinensische Bevölkerung ein. Israel muss sich bewusst sein, dass sich die Frage nach einem Ende der Besatzung nicht für immer aufschieben lässt“, nimmt Abu Shammala die Weltgemeinschaft in die Pflicht für ein Ende der Besatzung einzutreten und Israel zur Rechenschaft zu ziehen.
Um auf dieses Unrecht aufmerksam zu machen, organisiert die Palästinensische Gemeinschaft in Deutschland in Kooperation mit weiteren arabischen und palästinensischen Institutionen eine Vielzahl von Kundgebungen:

Hamburg
Freitag, 16.10.2015
17:00 Uhr
Glockengießerwall, Neben der Bahnhofsmission
 
Trier
Freitag, 16.10.2015
15:30 — 18:00 Uhr
Römerbrücke Ecke Luxemburger Straße 10, 54294 Trier
 
Essen
Samstag, 17.10.2015
16:00 — 18:00 Uhr
Willy-Brandt-Platz
45127 Essen
 
Berlin
Samstag, 17.10.2015
16:00 Uhr
Potsdamer Platz
 
Stuttgart
Samstag, 17.10.2015
16:00 — 18:00
Schlossplatz
70173 Stuttgart
 
München
Samstag,  17.10.2015
16:00 — 18:00
Max- Joseph-Platz
80539 München